Erstes Obergeschoss

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Ein Teil der Räume im ersten Obergeschoss des Schönhofs entstand erst mit dem Umbau 1617, als ein Gewölbe über dem Erdgeschoss eingezogen und damit die damals für Görlitzer Bürgerhäuser typische hohe Halle verbaut wurde. Der unverputzte Raum vor dem Lift stammt aus der Gotik.

Neben dem Steinhaus, in dem sich heute im Erdgeschoss der Museumsladen befindet, gehört dieser Gebäudeteil zu den älteren Elementen des Schönhofs. Man geht davon aus, dass um 1400 noch keine bauliche Verbindung zwischen beiden Teilen bestand, sondern sie als separate Gebäude genutzt wurden. Verbunden wurden sie erst durch das Überwölben des Durchgangs im Erdgeschoss.

Im 15. Jahrhundert empfing man im Schönhof öfter hohe Gäste. Im Oktober 1408 zum Beispiel logierte hier König Wenzel IV. von Böhmen während seines Besuches der Stadt Görlitz. Vorübergehend soll es sogar eine Verbindung zwischen dem Erker des Schönhofs und dem Rathaus gegeben haben, damit die hohen Herren sauberen Fußes hinübergelangen konnten.

Der erste Umbau des Schönhofs nach dem großen Stadtbrand von 1525 zu einem Hallenhaus verband die separaten Gebäude zu einem Komplex mit Wirtschafts- und Wohnräumen. Die Görlitzer Fernhändler ließen damals regelrechte Paläste errichten, die ihnen als Messeplatz, Kaufhaus und Lager dienten und in denen sie mit ihren Familien lebten. In den hohen, bis in die zweite Etage hinaufreichenden Eingangshallen ließen sich Tuchwaren besonders gut präsentieren. Die Durchfahrt des Schönhofs von der Brüderstraße bis zum Fischmarkt diente dem Warentransport.

Beim zweiten Umbau des Schönhofes 1617 ging der Charakter des Hallenhauses bereits ein Stückweit verloren. Indem ein Gewölbe im Eingangsbereich zwischen Erd- und Obergeschoss eingezogen wurde, verschwand die hohe Halle. Die großzügige Eingangstreppe verlor ihre repräsentative Wirkung, das Foyer im Erdgeschoss bekam seine heutige Gestalt und im ersten Obergeschoss entstand ein neuer Raum über dem Gewölbe. Auch die fantasievoll gestalteten Konsolsteine in der unteren Halle und im ersten Obergeschoss stammen aus dieser Zeit.

Heute befindet sich über dem 1617 eingezogenen Gewölbe Raum 7, in dem in blau leuchtenden Vitrinen Episoden aus Schlesien erzählt werden. Raum 8 im Erker widmet sich dem Bau des Schönhofs, in den Räumen 9 bis 11 – ein Stück tiefer in einer Art Zwischengeschoss gelegen – werden die Geschichte Schlesiens in Preußen sowie Porzellan und Kunsthandwerk aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorgestellt.