Büste Gerhart Hauptmanns

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Dieser Bronzekopf zeigt den Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann (1862–1946) in seinem 70. Lebensjahr. Er entstand im Zusammenhang mit den Ehrungen zu seinem Geburtstag. 1932 sollte das Breslauer Thalia-Theater nach dem Dramatiker, Schriftsteller und Lyriker umbenannt werden. Aus diesem Anlass beauftragte die Stadt den Künstler Thomas Myrtek, der Hauptmann auf Hiddensee porträtierte.

Gerhart Hauptmann wurde, nachdem er 1912 den Nobelpreis erhalten hatte, zu einer international anerkannten Persönlichkeit. Er war einer der bedeutendsten Vertreter des literarischen Naturalismus, nahm aber auch andere Stile in sein Werk auf. Er selbst sah sich als Nachfolger Goethes und inszenierte sich als neuen Dichterfürsten, was man seinen Porträts auch ansieht. Allerdings brachte es ihm den Spott anderer Literaten ein, etwa Thomas Manns. In seinem bedeutendsten Drama, „Die Weber“ (schlesisch: „De Waber“), setzte er 1892 den schlesischen Webern ein Denkmal, indem er wie Heinrich Heine im „Weberlied“ den Weberaufstand von 1844 literarisch verarbeitete.

In Schlesien wurde Hauptmann vielfach gefeiert. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler empfanden es als große Ehre, ihn porträtieren zu dürfen. Andersherum fühlte sich Hauptmann zeitlebens der Kunst verbunden und war mit vielen Künstlern befreundet. In seiner Jugend hatte er selbst Bildhauer werden wollen, besuchte eine entsprechende Klasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau, gab den Plan aber bald wieder auf.

Thomas Myrtek (1888–1935) aus Beuthen war, als er mit der Hauptmann-Büste beauftragt wurde, Vorsitzender des damals tonangebenden Künstlerbundes Schlesien. Er besuchte den Dichter in dessen Sommerhaus auf der Insel Hiddensee. Die Bronze goss er vermutlich in Breslau, wo sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die neue Bronze schuf Myrteks Neffe Erich Fitza 1992 nach dem erhaltenen Gipsabdruck für die Stadthalle Oberursel. Ans Schlesische Museum gelangte sie 2008.