Büste Joseph Walitscheks
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SCHLESISCHER BILDHAUER PORTRÄTIERT SEINEN VATER
Mit dieser Bronze hat der Bildhauer Hans Walitschek (1909–1980) seinen Vater porträtiert, den Lehrer, Schulleiter und Postbeamten Joseph Walitschek. Es war seine Abschlussarbeit an der Hochschule der Künste Berlin im Jahr 1938. Bekannt wurde der Künstler durch seinen Entwurf eines großen Adlers für die Weltausstellung in Paris 1937.
Hans Walitschek wurde 1909 in Posen geboren, lebte aber seit seinem 20. Lebensjahr in Schlesien. Schon als Kind zeichnete und modellierte er gern. Er besuchte die Warmbrunner Holzschnitzschule und ging 1935 – praxiserprobt – nach Berlin, wo er an der Kunstakademie sein Studium vervollständigte.
Er war ein Künstler, der durch sein besonderes Können im Umgang mit Bronze auffiel. Anerkennung erlangte er in Berlin, Dresden, Breslau und Gleiwitz. Kunstsammler und Museen kauften seine Werke. Unter anderem schuf er 1934 den Gustav-Freytag-Brunnen im oberschlesischen Kreuzburg.
Selbst im Zweiten Weltkrieg ließ ihn die Kunst nicht los. Als Soldat nahm Hans Walitschek an Wettbewerben teil und gewann mehrere erste und zweite Preise. Während der Kurlandschlachten 1944 geriet er in sowjetische Gefangenschaft. In dieser Zeit beschäftigte er sich künstlerisch mit einem kleinen Marionettentheater. Nach seiner Entlassung Weihnachten 1949 widmete er sich wieder der Bildhauerei.
Sein Vater, der zuletzt in der Grafschaft Glatz und in Kreuzburg als Schulleiter gearbeitet hatte, war inzwischen 73-jährig nach Bayern geflüchtet, wo er von 1944 bis zu seinem Tod 1950 in Obergrafendorf lebte. Hans Walitschek ging ebenfalls nach Süddeutschland. Er engagierte sich als Vorsitzender in der Landsmannschaft Niederbayern und begründete die Ostdeutsche Galerie in Regensburg sowie den Kunstverein in Landshut mit. Bis zu seinem Tod 1980 war er Mitglied im „Bildhauerkreis Ernst Rülke“ in Esslingen.