Kuchenkorb aus Altwasser
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BELIEBT AUF BÜRGERLICHEN TAFELN
Kuchenkörbe mit durchbrochenen Rändern und üppigen Vergoldungen waren typische Erzeugnisse schlesischer Porzellanhersteller und beliebt in bürgerlichen Haushalten. In Schlesien wurde die Porzellanherstellung im 19. Jahrhundert zum wichtigen Industriezweig. Neben Bayern, Thüringen und Sachsen entstand hier die vierte große Porzellanregion Deutschlands.
Als die Karriere des europäischen Porzellans begann, war es nur für die Eliten erschwinglich. Auf seinem Weg vom Luxusgut zum Serienprodukt und festen Bestandteil bürgerlicher Kultur spielte Schlesien im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle.
In den 1830er Jahren siedelten sich in Waldenburg und Altwasser neue Porzellanfabriken an, es folgten zahlreiche weitere Fabrikgründungen. Die Dichte an Produktionsbetrieben war in Schlesien besonders hoch, hier befanden sich die absatzstärksten Porzellanfabriken im Deutschen Reich. Die 1845 gegründete Porzellanfabrik von Carl Tielsch entwickelte sich zu einem der größten Unternehmen Schlesiens. 1871 beschäftigte sie über 1500 Mitarbeiter und erhielt zahlreiche Preise bei internationalen Ausstellungen.
Die Fabrikanten setzten bewusst auf einfaches Gebrauchsporzellan für den täglichen Bedarf sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Sie brachten aber auch hochwertige Luxusporzellane heraus, die den Erzeugnissen der etablierten Manufakturen in Berlin oder Meißen vergleichbar waren.
Sie belieferten sowohl die Märkte im Inland und europäischen Ausland als auch in Übersee. Für den US-amerikanischen Markt wurden besondere Designlinien entwickelt. Der Zweite Weltkrieg setzte dieser Entwicklung ein jähes Ende, doch einige polnische Firmen griffen die Tradition auf und produzieren Porzellan bis heute.