Nautiluspokal
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Von den Hängen tropischer Korallenriffe stammt der Nautilus, dessen Gehäuse für den wertvollen Pokal mit dem Seepferdchen aus vergoldetem Silber verwendet wurde. Wer seinem Gast aus einem solchen Gefäß den Willkommenstrunk bot oder seine Tafel damit schmückte, musste als reich und bedeutend gelten. Der Breslauer Goldschmiedemeister Caspar Pfister fertigte dieses einzigartige Trinkgefäß an.
Seit dem Mittelalter waren teure, phantasievoll gestaltete Trinkgefäße beliebt. Sie dienten dazu, den Reichtum des Gastgebers zur Schau zu stellen, und verloren vermutlich in späterer Zeit ihre ursprüngliche Funktion. Zu ihrer Herstellung waren in der Renaissance und im Barock exotische Materialen wie Muscheln, Straußeneier, Kokosnussschalen, Elfenbein oder eben Nautilus-Gehäuse hochgeschätzt. Die Entwicklung der Seefahrt und die Entdeckung ferner Kontinente machten den Handel mit Schätzen aus Fernost möglich.
Der Nautilus ist ein den Tintenfischen verwandtes Meerestier, das im westlichen Pazifik oder im Indischen Ozean lebt und auch „Perlboot“ genannt wird. Die natürliche, matte Oberfläche des Gehäuses mit einem Durchmesser von bis zu 23 Zentimetern ist meist weiß bis beige mit braunen Streifen. Das Exemplar, das für das Trinkgefäß im Schlesischen Museum verwendet wurde, ist etwas kleiner und schimmert wie eine riesige Perle. Bis die Perlmuttschicht zum Vorschein kam, musste es zunächst geschliffen und poliert werden.
Der Nautilus gilt als „lebendes Fossil“. Nur eine Handvoll Arten haben seit der Urzeit bis heute überlebt. Sie stehen mittlerweile unter Schutz, auch weil die Gehäuse nach wie vor begehrt sind.