Die Provinz im Umbruch
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Mit der Französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen ging auch für Schlesien eine Epoche zu Ende. Unter dem Ansturm der Truppen Napoleons brach das System des preußischen Absolutismus zusammen. Den Weg aus der Staatskrise wiesen die Reformen der Minister Stein und Hardenberg – sie lösten auch in Schlesien einen Prozess der Modernisierung aus.
Die Industrialisierung veränderte das Gesicht des Landes. Sie erfasste Teile Oberschlesiens, die Hauptstadt Breslau und weitere einige andere Städte. Dagegen fielen andere Gebiete in der Entwicklung zurück. Auf dem Land herrschten Armut und Rückständigkeit; die Dominanz des Adels blieb ungebrochen. Zwischen alten Zwängen und neuen Herausforderungen standen die Freiheitsbewegungen des Jahrhunderts: der Weberaufstand von 1844, die revolutionären Erhebungen von 1848 und 1849, schließlich die Arbeiterbewegung und die nationalpolnischen Bestrebungen in Oberschlesien.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich Schlesien in einer schweren Krise. Längst überfällige Reformen waren am Widerstand des Adels gescheitert. Empörungen unter der Landbevölkerung, Aufstände der Weber und Unruhen unter den Gesellen in den Städten erschütterten das Land. Als die Truppen Napoleons Schlesien 1806 überrannten, stießen sie kaum auf Widerstand.
Der militärische Zusammenbruch Preußens machte den Weg frei für eine grundlegende Erneuerung. Preußen setzte sich an die Spitze der deutschen Nationalbewegung. Das Signal zur Erhebung gegen die französische Herrschaft kam aus Breslau. Am 17. März 1813 erließ König Friedrich Wilhelm III. hier seinen Aufruf „An mein Volk“. Wenige Wochen später, mit dem preußisch-russischen Sieg an der Katzbach, zeichnete sich in Schlesien das Ende der „Franzosenzeit“ ab.