Frühes Kunsthandwerk
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SCHLESISCHE PRUNKSTÜCKE
Bereits im Spätmittelalter hatte das schlesische Kunsthandwerk einen hohen Stand erreicht. Einheimische Handwerksprodukte schmückten die Wohnräume schlesischer Bürger und Adliger, Rats- und Zunftstuben, Kirchen und Klöster. In Raum 5 sind sehr kostbare Objekte wie ein Nautiluspokal, ein goldenes Trinkschiff, goldverzierte Pokale und kunstvoll geschliffene Gläser zu sehen.
Europaweite Handelskontakte sorgten für Anregungen und Vorbilder. Werke höchster Qualität aus schlesischer Fertigung wurden über die Landesgrenzen hinaus gehandelt. Seit dem späten 17. Jahrhundert genoss vor allem Glas aus den Hütten des Riesengebirges in weiten Teilen Europas eine hohe Wertschätzung.
Bei der Verarbeitung von Edelmetallen waren stets die Meister in Breslau führend. Zugleich waren sie Vorbilder für die Meister in anderen Städten wie Schweidnitz, Jauer oder Glogau. Eine eigenständige Goldschmiedetradition bildete sich seit dem ausgehenden Mittelalter in Neisse aus und erlebte in der Epoche des Barock eine Blüte.
Anstöße zu technischer oder stilistischer Innovation kamen häufig aus Augsburg und Nürnberg und wurden auf hohem handwerklichen Niveau umgesetzt. Typisch für schlesische Goldschmiedearbeiten ist die Langlebigkeit der Stile.
Holz und Quarz, die Voraussetzungen für die Glasherstellung, waren an den Gebirgszügen Schlesiens in reichem Maße vorhanden. Vom Spätmittelalter bis ins 17. Jahrhundert fertigten die Glashütten zwischen Glatz und Hirschberg vorwiegend einfaches, grünliches „Waldglas“. Zugewanderte Glasmacher brachten Zierformen aus dem Erzgebirge ins Hirschberger Tal. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Schlesien berühmt für die Herstellung des „weißen“ farblosen Glases, veredelt durch anspruchsvolle Schnitt- und Schliffbearbeitung. Auch bemalte Gläser fanden in der Epoche des Rokoko guten Absatz in ganz Europa.