Schraubtaler mit Kupferstichen

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SCHLESISCHE KRIEGE IM MINIATURFORMAT

Dreißig Kupferstiche, zusammengefaltet und aufbewahrt in einem ausgehöhlten Taler, schildern in kleinen Bildern und Texten Ereignisse, die Mitte des 18. Jahrhunderts weite Teile Europas in Atem hielten: die drei Schlesischen Kriege, die der preußische König Friedrich II. von 1740 bis 1763 führte, um das zuvor habsburgische Schlesien zu erobern.

Am 16. Dezember 1740 waren die Truppen des preußischen Königs Friedrich II. in Schlesien einmarschiert. Damit griff der kleine aufstrebende Militärstaat Preußen die etablierte Großmacht Österreich an. Es gab alte Ansprüche des preußischen Königshauses auf Teile Schlesiens, aber sie waren nur ein Vorwand für den Überfall. Entscheidend war die Gunst der Stunde. Nach dem Tod Kaiser Karls VI. musste seine Tochter Maria Theresia an vielen Fronten kämpfen, um sich als Nachfolgerin zu behaupten. Das war die Gelegenheit für Preußen, dem Hause Habsburg die reiche Provinz Schlesien zu entreißen.

In Deutschland war dies der erste Krieg, der auch in den Medien ausgefochten wurde. Gebannt verfolgte die Öffentlichkeit die Nachrichten vom wechselnden Kriegsglück des Preußenkönigs in Flugschriften und Zeitungen. Darstellungen der berühmten Schlachten, Friedrichsbilder und -monogramme auf Gläsern und Krügen, Tabaksdosen und Wandteppichen waren beliebt bei allen, die „fritzisch“ gesonnen waren.

Schraubtaler waren im 18. Jahrhundert eine Spezialität von Augsburger Medailleuren und Kupferstechern. Dafür wurden Münzen längsseitig in zwei Hälften zersägt, ausgehöhlt und mit einem Schraubgewinde versehen. Im Innern war Platz für das Bildnis der Geliebten oder von anderen Personen, die das Herz des Besitzers hoch schlagen ließen: von Heiligen, Helden oder hohen Herrschaften.