Messkelch St. Vinzenz

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Geschenk für einen Breslauer Mönch

In dem reich verzierten Kelch wurde einst Messwein im katholischen Gottesdienst der Breslauer St.-Vinzenz-Kirche ausgegeben. Der Prämonstratensermönch Gottfried Hübner erhielt ihn anlässlich seiner Priesterweihe als Geschenk von seinen Eltern. Das Besondere sind die vier großen blauen Glasmedaillons im Fuß, in die verschiedene Motive eingraviert sind.

Die Breslauer Prämonstratenserkirche St. Vinzenz gehörte zum gleichnamigen Stift, das sich seit dem 12. Jahrhundert auf dem Elbing auf der Dominsel befunden hatte und 1530 in das bisherige Franziskanerkloster in der Altstadt verlegt worden war. In den Jahren 1662 bis 1674 erhielt die gotische Kirche eine barocke Ausstattung, zu der dieser Messkelch passte.

Der Tiefschnitt wurde ursprünglich nur für Edelsteine verwendet. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts übertrugen schlesische Glasschneider diese Technik, bei der das Dekor in die Oberfläche eingeschnitten wird, auf Glas. Damit begründeten sie die europäische Vorrangstellung schlesischen Glases in den folgenden Jahrzehnten. Bei dem in Treibarbeit gefertigten Kelch aus vergoldetem Silber sind die großen gravierten Glassteine neben vielen kleineren sehr auffällig.

Die einstige Prämonstratenserkirche gehört heute zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Breslaus. 1810 wurde das Kloster säkularisiert, die St.-Vinzenz-Kirche diente seitdem als römisch-katholische Pfarrkirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt. Danach wollte der polnische Staat ein Museum darin einrichten. Heute ist sie die Kathedrale der Eparchie Breslau-Koszalin der Griechisch-Katholischen Kirche.